Sicher gelandet Teil 2

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Mein erster wirklicher Tag auf schottischem Boden. Ich hatte viel zu tun … also, frisch – fromm – fröhlich – frei – ans Werk.

Erster Stopp – Registrierung bei einem Arzt meiner Wahl

„Hallo, I moved from Germany and I have to register with a local doctor.“ – Keine Ahnung, ob das alles grammatikalisch richtig war, ich wurde verstanden und sehr nett bedient. Die Frau am Schalter gab mir ein Formular zum ausfüllen und ein ca. 7000 seitiges Informationsblatt, was ich bei Gelegenheit mal durchlesen solle. Das Formular solle ich ausfüllen und könne jederzeit vorbei kommen, um es wiederzubringen. Danach sei ich registriert. Boah, geht das einfach.

Zweiter Stopp – Bank of Scotland

„Hallo, I moved from Germany and I need a bank account.“ – Keine Ahnung, ob das alles grammatikalisch richtig war, ich wurde verstanden und sehr nett bedient. Ein junger Mann, namens Dale oder so ging mit mir das Formular durch und nach nur knapp 10 Minuten hatte ich ein Konto eröffnet. Es muss noch geprüft werden, ob ich in UK jemals Schulden gemacht habe oderanderweitig auffällig geworden bin. Wenn nicht, bekomme ich in ca. 1-2 Wochen (je nach Arbeitstempo) meine Karte und meine Zugangsdaten für das Internetbanking und schon habe ich ein britisches Konto, wo dann mein „riesiges Gehalt“ raufgehen kann.

Dritter Stopp – Job Centre (wegen der NIN)

Und das gleiche Spiel nochmal.
„Hallo, I moved from Germany. I already have a job, but I still need the famous NIN. Where do I get it?“ Eigentlich braucht man beim Job Centre einen Termin, den man möglichst telefonisch verabredet und auf den man meist ca. einen Monat warten muss. Ich hatte Glück und wurde gleich nach oben geschickt. Dort wollten sie nur meinen Ausweis sehen (ich bin sicher, die wollen sich nur über das bescheuerte Bild amüsieren), dann habe ich zusammen mit einem netten Job-Centre-Mitarbeiter, dessen Name Collin war, ein kompliziert aussehendes Formular ausgefüllt und schon war ich wieder raus und meine Registrierung unterwegs. In ca. 1-2 Wochen bekomme ich einen Brief mit meiner Nummer und in ca. 4-6 Wochen (je nach Arbeitstempo) bekomme ich dann mein Chipkärtchen mit der Nummer, die dann mein Leben lang gültig ist.

Ja, Tschüss dann … und schon war ich wieder raus.

Und nu? Naja, bisschen rumgucken. Ein Foto gemacht vom Schloss (inklusive Baustellenzaun) und … huch, was ist denn das? Inaktive SIM? Mmh. … nagut, das trifft sich ja gut. Dann gleich mal in den nächsten Handy-Shop und ne neue SIM-Karte gekauft.

„Hallo, I need a new SIM card for my handy … ähm … for my mobile phone“.

Ja, und watt für eine?

Na fürs Ausland und billig muss’se sein.

Ja schön, da haben wir was für sie.

Reingesteckt, bezahlt und schon war ich wieder draußen … und hab eine neue Handynummer.
Und nu noch was essen. Meine geliebten Baked Potatoes. Also runter in die Princes Mall, da gibts janz ville Auswahl.

„Hallo, I’d like to have a baked potatoe with Tuna and S’corn Mayonnaise, please.“

„Anything else?“

„No thanks.“

„3.69 please.“

Ja, so sah das aus. Lecker. Könnte ich jeden Tag essen.

Dann mit vollem Bauch noch bisschen die Princes Street lang schlawänzeln, hier und dort reinschauen, z.B. Waterstones und HMV und dann rinn in Bus und ab nach Hause, aber so schnell wie der Hund bellt.

Oh nee, ich muss ja noch zu Tesco. Also Holy Church wieder raus und rinn in Tesco. Oje, was ist das alles. Am besten ich kaufe erstmal nur Sachen, dessen Aussehen ich kenne: also Brot, Butter, Milch, Tomaten, Bananen, Kornflex, Wurst und Käse.

Was??? 12 Pfund? Die spinnen die Briten! Nagut, da haste – bezahlt, eingepackt und raus.

Wieder rinn in Bus (ich clever Ding hatte mir ja gestern schon ein Monatsticket gekauft, wie schlau von mir) und dann aber ab nach Hause.

Zu Hause angekommen, lag die Post im Flur rum. Ja, hier kommt der Postbote bis an die Wohnungstür und wirft die Briefe ohne Liebe durch den Schlitz. Und siehe da, das erste meiner Pakete ist angekommen. Also ich wieder raus, einmal fragen und schon stehe ich vor einem schönen klassischen Postoffice. Aha, das größte Paket. Das mit meinem Bettzeug und den warmen Unterhosen (wehe es lacht jemand, hier ist es hundekalt). Schön, dann kann ich heute also in meinem eigenen Bett schlafen.

Und morgen? Morgen ist mein erster Arbeitstag … ich hab Angst, hoffentlich versteh ich alles.

Also dann werde ich mal schlafen gehen. Wir lesen uns dann morgen wieder

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